Am falschen Ort sparen gefährdet unsere Gesundheit

Der Bundesrat gibt in diesem Jahr die Einführung eines Referenzpreissystems für patentabgelaufene Arzneimittel in die Vernehmlassung. Entscheiden sich in diesem System Arzt und Patient für ein teureres Medikament, zahlt der Patient den Differenzbetrag aus eigener Tasche. Vor diesem Szenario haben sich führende Akteuere im Schweizerischen Gesundheitssystem zu einer Allianz gegen Referenzpreise - also Höchstbeträge für die Erstattung von Medikamentenpreisen durch die Krankenkassen - zusammengeschlossen. Sie agieren im Interesse einer Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer, was eine repräsentative Befragung von Januar 2017 belegt: 78% der Schweizer Bevölkerung würden demnach diesen Systemwechsel nicht akzeptieren und pochen auf die Wahlfreiheit bei Medikamenten.

Geschlossenes Auftreten

Die heute lancierte Kampagne „Nein zu Referenzpreisen bei Medikamenten“ erklärt nun ihr Programm: „Bei der Einführung von Referenzpreisen gäbe es nur Verlierer - angefangen bei den Patienten über die Ärzte und Apotheker bis hin zu Krankenkassen und Beitragzahlern“ betont Dr. Axel Müller, Schirmherr der Initiative und Geschäftsführer bei Intergenerika. Neben dem Verband der Generikahersteller tragen die Verbände der Ärzteschaft FMH und Apotheker pharmaSuisse sowie APA (Ärzte mit Patientenapotheke) und scienceindustries - der Wirtschaftsverband Chemie, Pharma, Biotech - die Initiative mit „Hier geht es nicht um Partikularinteressen, sondern um ein zentrales Anliegen des Grossteils der Schweizer Bevölkerung“ betont Axel Müller. „Durch ein geschlossenes Auftreten verschaffen wir diesen Interessen um Bundes-Bern mehr Gehör.“

Zentrale Botschaften

Auf folgende Kernaussagen bauen die Akteure ihre Argumentation:

1.) Wir setzen uns gemeinsam ein für die qualitativ hochwertige und gesicherte Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit patentabgelaufenen
Qualitätsarzneimitteln zu günstigen Preisen. Wir lehnen ein Referenzpreissystem kategorisch ab.

2.) Beim Wechsel auf Referenzpreise gäbe es nur Verlierer: Patienten und Angehörige, Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und letzlich
Versicherte.

3.) Praktizierte Preisvergleiche bei Generika sind nicht aussagekräftig, die die Versorgungssysteme in europäischen Vergleichsländern
unterschiedlich sind.

4.) Bei zu tiefen Medikamentenpreisen sinkt die Attraktivität für die Hersteller. Anhaltender Preisdruck gefährdet somit die
Versorgungssicherheit.

5.) Wir machen uns stark für den Erhalt der Wahlfreiheit bei Medikamenten.

Multimediale Kampagne

Unter dem Motto „Am falschen Ort sparen gefährdet die Gesundheit - Nein zu Referenzpreisen bei Medikamenten“ umfasst die Kampagne eine Vielzahl von Aktivitäten. Im Zentrum steht die Website (www.referenzpreisen-nein.ch) in den 3 Landessprachen mit relevanten und aktuellen Zahlen und Fakten sowie Aussagen von Experten. Weitere Kommunikationskanäle sind die soziale Medien wie Facebook, Twitter und Youtube. Daneben finden zahlreiche Fach- und Informationsveranstaltungen mit Politikern und Medienvertretern statt.

Warnende Stimmen

Führende Interessensgruppen wie Ärzte, Apotheker oder Patientenorganisationen sprechen sich klar gegen Referenzpreise aus und warnen vor deren Folgen. Axel Müller plädiert deshalb für die konzentrierte Förderung von Generika: „Mit direkten und indirekten Einsparungen von über 1 Milliarde Franken pro Jahr leisten Generika schon heute einen substanziellen Spar-Beitrag, den es systematisch auszubauen gilt.“

Mehr dazu finden Sie hier.

Kontakt 

Dr. Axel Müller
Telefon: +41 61 927 64 08
Mobile: +41 79 428 03 11
Email: axel.mueller@intergenerika.ch

Über die Initiative
Die Initiative „NEIN ZU REFERENZPREISEN BEI MEDIKAMENTEN“ vereint Vertreter und Organisationen zentraler Akteure im Schweizerischen Gesundheitssystem auf freiwilliger Basis im gesamtschweizerischen Widerstand gegen die Einführung eines Referenzpreissystems.
www.referenzpreise-nein.ch