Länger gesünder leben – das können auch Männer

 

Männer achten im Gegensatz zu Frauen weniger auf ihre Gesundheit. Wenn es um gesundheitliche Probleme geht, welche die Sexualität tangieren, sollte man sich diesen bald stellen. Nur mit einer korrekten medizinischen Diagnose kann eine adäquate Therapie bald eingeleitet werden.

Es gilt als allgemein anerkannt, dass ein befriedigendes Sexualleben für das psychische Wohlbefinden wichtig ist.

Diese Seite widmet sich der Gesundheit der männlichen Geschlechtsorgane. Es werden Behandlungsoptionen bei erektiler Dysfunktion (Potenzstörungen, Erektionsproblemen) und bei gutartiger Vergrösserung der Prostata (Prostatahyperplasie) aufgezeigt.

Ausserdem finden sich auf dieser Seite auch hilfreiche Informationen zu Prostata- und Hodenkrebs sowie zu sexuell übertragbaren Krankheiten und zur Gesundheitsvorsorge im Allgemeinen.

Die Erektion

Die Erektion ist ein komplexes Zusammenspiel von Nerven, Blutgefässen und Hormonen. Durch Stimulierung der Geschlechtsorgane oder durch sexuelle Reize wird Blut unter hohem Druck in die erweiterten Arterien in die Schwellkörper des Penis gepumpt. Dadurch werden die Venen dort vorübergehend zusammengepresst, so dass das Blut nicht mehr abfliesst und der Penis sich versteift.

Schnitt durch den Schwellkörper eines Penis

 

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Ruhezustand und Erektion

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Erektile Dysfunktion - was ist das?

Unter erektiler Dysfunktion versteht man die vorübergehende oder andauernde Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion des Penis zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

  • Meist sind Gefässerkrankungen die Ursache einer Potenzstörung. Eine erektile Dysfunktion kann ein Warnhinweis für einen bevorstehenden Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Aus diesem Grund sollten Anzeichen einer erektilen Dysfunktion immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
  • Kommt es zu nächtlichen Erektionen, oder ist Selbstbefriedigung noch möglich, können psychische Ursachen für die erektile Dysfunktion verantwortlich sein.

«Mann» ist nicht allein

Etwa die Hälfte aller Männer über 40 Jahren ist mit Erektionsproblemen unterschiedlicher Intensität konfrontiert. Eine erektile Dysfunktion ist aber kein Grund, aus Scham auf Sexualität zu verzichten. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten.

Risikofaktoren für erektile Dysfunktion

Grunderkrankungen und fortgeschrittenes Alter

  • Diabetes mellitus
  • Arteriosklerose (kann zu Durchblutungsstörungen im Penis führen)

Lebensstil

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Übermässiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder Drogen

 

Psychische Ursachen

  • Depression
  • Leistungsdruck und Burnout

Prostataerkrankungen

  • Chirurgische Entfernung der Prostata bei Tumorerkrankungen
  • Gutartige Vergrösserung der Prostata

Hormonstörungen

  • Mangelnde Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron oder eine übermässige Produktion weiblicher Hormone
  • Erkrankungen der Schilddrüse oder Nebennierendrüsen (tritt allerdings seltener auf)

Auch mit Erektionsstörungen kann «Mann» durchstarten

Kein Tabu mehr

Das Tabu rund um Erektionsstörungen ist längst gebrochen, weil es mittlerweile zufriedenstellende und einfache Behandlungsmöglichkeiten gibt. Seit der Einführung der ersten Tablette gegen erektile Dysfuntion ist die breite Öffentlichkeit mit dem Thema vertraut.

Medizinische oder pharmazeutische Fachpersonen können helfen

Um die erektile Dysfunktion zu überwinden und ein befriedigendes Sexualleben zu geniessen, sollten Sie sich Rat in einer Arztpraxis oder Apotheke holen. Nur so erhalten Sie Zugang zu seriösen Behandlungsmöglichkeiten.

Offenheit in der Partnerschaft

Sprechen Sie in Ihrer Partnerschaft offen über das Thema. Je offener Sie mit der Situation umgehen, desto eher können Sie Unsicherheiten und Missverständnissen vorbeugen.

Behandlung erektile Dysfunktion

Was können Sie selbst tun?

  • Treiben Sie Sport.
  • Verzichten Sie auf Tabakkonsum.
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
  • Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.
  • Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht.

Medikamenten-Check

  • Lassen Sie Ihre Medikation durch eine medizinische oder pharmazeutische Fachperson prüfen. Bestimmte Medikamente können erektile Dysfunktion verursachen, sind aber durch Alternativen ersetzbar.
  • Drogen können ebenfalls erektile Dysfunktion auslösen.

Behandlung von Grunderkrankungen

  • Gefässerkrankungen sind oftmals die Ursache für erektile Dysfunktion. Aus diesem Grund sollten Sie bei erektiler Dysfunktion eine medizinische Fachperson konsultieren.
  • Eine erektile Dysfunktion kann ein Warnhinweis für einen bevorstehenden Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.
  • Lassen Sie abklären, ob Sie an folgenden Problemen leiden:
    – Bluthochdruck
    – Störungen des Fettstoffwechsels, z. B. hoher Cholesterinspiegel
    – Altersbedingter Testosteronmangel

Medikamentöse Behandlung in Tablettenform mit Phosphodiesterase-5-Hemmern (Sildenafil, Vardenafil, Tadalafil, Avanafil)

Diese Wirkstoffklasse blockiert das körpereigene Enzym Phosphodiesterase-5. Dadurch wird bei sexueller Erregung die Erweiterung der Blutgefässe im Penis unterstützt, und Blut kann leichter einströmen. In der Folge entsteht auf natürliche Weise eine Erektion. Ohne sexuelle Erregung bleibt eine Erektion jedoch aus. Eine Steigerung der Libido wird durch den Wirkstoff nicht erreicht.

Risiken und Vorsichtsmassnahmen

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Folgende Patienten dürfen keine Phosphodiesterase-5-Hemmer einnehmen:

  • Patienten mit einer Herzerkrankung, die Arzneimittel mit Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (z. B. Nitroglycerin) einnehmen. Es besteht ein beträchtliches Risiko für einen massiven Blutdruckabfall und Kreislauf-Zusammenbruch.
  • Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. schwere Herzinsuffizienz, instabile Angina pectoris)

 

 

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In folgenden Situationen wird von der Einnahme von Phosphodiesterase-5-Hemmern abgeraten:

  • Bei schwerer Leberzirrhose
  • Nach kürzlich erlittenem Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Bei (potenziell) schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen

 

 

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Zur Vorsicht geraten wird:

Bei Patienten, die gleichzeitig Medikamente zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrösserung einnehmen.

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Unproblematisch ist die Einnahme von Phosphodiesterase- 5-Hemmer:

Bei Patienten, die gleichzeitig ein Medikament zur Senkung des Blutdrucks einnehmen.

Phosphodiesterase-5-Hemmer im Vergleich

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Diese Nebenwirkungen können auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Sehstörungen
  • Veränderungen des Farbsehens
  • Gerötetes Gesicht («Flush»)
  • Verstopfte Nase
  • Verdauungsstörungen

Falls eine Erektion mehr als vier Stunden anhält, müssen Sie notfallmässig einen Arzt aufsuchen, da die Gefahr einer irreparablen Schädigung des Penisgewebes besteht.

Risiko Online Shopping

  • Vom Kauf potenzsteigernder Mittel, auch Phosphodiesterase-5-Hemmern, im Internet ist abzuraten. Es könnte sich beim Präparat um eine Fälschung handeln, die rezeptfrei angeboten wird.
  • Die Qualität der Produkte sowie die Inhaltsstoffe entsprechen in der Regel nicht den hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, die Medikamente in der Schweiz für eine Zulassung erfüllen müssen.
  • Oft fehlen Packungsbeilagen mit wichtigen Informationen zum Medikament.
  • Häufig liegt die Dosierung des Wirkstoffs deutlich unter oder über dem deklarierten Wert oder die Produkte enthalten nicht den deklarierten Wirkstoff.

Alternativen

Neben der medikamentösen Therapie sollten Sie auch mit einer medizinischen Fachperson Ihres Vertrauens über die folgenden Behandlungsoptionen sprechen:

Stent (Gefässstütze)

Da es sich bei der erektilen Dysfunktion sehr oft um eine Durchblutungsstörung handelt, kann ein Stent die Durchblutung des Penis wieder verbessern. Dabei werden die Arterien geweitet und mit einem Stent aus Kunststoff oder Metall stabilisiert.

Stosswellentherapie

Kann hilfreich sein, wenn die Gefässverengungen im Bereich der Becken- und Penisarterien noch nicht ausgeprägt sind.

Therapie mit medizinischer Vakuumpumpe

Die Vakuumpumpe erzeugt einen Unterdruck an der Oberfläche des Penis, wodurch sich die Venen erweitern. Das begünstigt eine Erektion. Nach Erreichen der Erektion kann ein elastischer Ring an der Peniswurzel angebracht werden, um den Blutabfluss und damit den Verlust der Steifheit hinauszuzögern. Die Anwendung ist aufwändig und bedarf dem Verständnis der Partnerin oder des Partners.

Injektion in den Penisschwellkörper (SKAT)

Vor 20 Jahren war die Injektion in den Penisschwellkörpern eine der wenigen Behandlungsoptionen. Nach dem Aufkommen der Phosphodiesterase-5-Hemmer wird sie heute selten angewendet. Wichtig ist die korrekte Dosierung. Die Erektion lässt nach der Injektion bald nach. Die Injektion ermöglicht kein spontanes Intimleben, sondern erfordert Planung.

Penisimplantat

Das Einsetzen eines Penisimplantats erfordert einen chirurgischen Eingriff. Ein Implantat ist die letzte Option und wird nur nach strenger Prüfung und nach Ausschöpfung anderer Therapieoptionen eingesetzt. Der Penis verliert durch diesen Eingriff die Möglichkeit einer natürlichen Erektion für immer.

Der Ratgeber als Download

Rechtlicher Hinweis

Ziel dieses Ratgebers ist es, auf medizinische Fragen zur Männergesundheit informative Antworten zu geben. Dieser Ratgeber kann und will jedoch nicht den ärztlichen Rat ersetzen. Bevor mit irgendeiner Behandlung begonnen wird, muss im eigenen Interesse eine hausärztliche oder urologische Fachperson kontaktiert werden, damit schwerwiegende Begleiterkrankungen nicht übersehen werden.

Die Mepha Pharma AG übernimmt keinerlei Verantwortung für Fehler, Unterlassungen oder Folgen, die durch die erwähnten Therapien resultieren können. Der vorliegende Ratgeber richtet sich in erster Linie an in der Schweiz wohnhafte Patienten.